Ist es sinnvoll, die Heizung nachts laufen zu lassen, wenn es draußen eiskalt ist?

Der Winter hat das Vereinigte Königreich fest im Griff und kalte Luft breitet sich landesweit aus. In den kommenden Tagen wird Schnee erwartet, dazu eisige Böen und extrem niedrige Nachttemperaturen, die viele Regionen vor Herausforderungen stellen. Wetterwarnungen gelten weiterhin, während die Briten mit frostigen Morgen und Nächten unter dem Gefrierpunkt zurechtkommen müssen. In einigen Gegenden könnten heftige Schneestürme auftreten, was das Risiko für vereiste Straßen und kältebedingte Gesundheitsprobleme erhöht.
Heizung nachts anlassen – ja oder nein?
Bei dieser starken Kälte stellt sich natürlich die Frage, ob man die Heizung nachts anlassen sollte. Laut dem Energy Saving Trust sollten Thermostate auf die niedrigste noch angenehme Temperatur eingestellt werden. Das liegt meist zwischen 18 °C und 21 °C, wobei 18 °C als empfohlener Mindestwert gilt. Für besonders schutzbedürftige Personen kann eine höhere Temperatur sinnvoll sein; gesunde Menschen kommen oft mit weniger aus.
Brian Horne, Technical Knowledge Lead bei Energy Saving Trust, rät davon ab, die Heizung nachts komplett auszuschalten. Viele Heizsysteme haben einen Frostschutzmodus, der Rohrleitungen vor dem Einfrieren schützt.
Wie Kälte den Schlaf und die Gesundheit beeinflusst
Die richtige Temperatur in der Nacht ist nicht nur für den Komfort wichtig, sondern auch für die Schlafqualität. Während des Einschlafens sinkt die Körperkerntemperatur. Laut Dr. Babak Ashrafi kann Überhitzung den Tiefschlaf (die erholsamste Phase) verringern. Kälte wiederum kann den Schlaf stören, indem sie Muskelschmerzen und Unruhe verursacht, besonders bei Kindern und älteren Menschen.
The Sleep Charity empfiehlt eine Schlafzimmer-Temperatur zwischen 16 °C und 20 °C. Viele Menschen empfinden 18 °C als ideal. Rebekah Parr rät zu atmungsaktiven Materialien wie Baumwolle oder Leinen bei Bettwäsche, um Überhitzung zu vermeiden.
Sicherer Umgang mit elektrischen Decken und Wärmflaschen
SilentNight UK und die London Fire Brigade empfehlen, elektrische Decken nur zum Vorwärmen des Bettes zu nutzen. Modelle mit automatischer Abschaltung oder Timer bieten zusätzlichen Schutz. RoSPA warnt davor, auf Wärmflaschen zu sitzen oder zu liegen, da das zu Verbrennungen führen kann.
The Lullaby Trust empfiehlt für Babys eine Raumtemperatur von 16–20 °C, kombiniert mit leichter Bettwäsche oder einem gut sitzenden Babyschlafsack. Viele moderne Babyphones haben ein Thermometer, um die Raumtemperatur zu überwachen.
Praktische Tipps für die kalte Jahreszeit
Eine warme Bettdecke (mindestens 10,5 tog) hilft, nachts warm zu bleiben, selbst wenn die Raumtemperatur bei den empfohlenen 18 °C liegt. Ein warmes Bad vor dem Schlafengehen kann entspannen. Daten von The Sleep Charity zeigen außerdem, dass Temperaturen über 24 °C Unruhe verursachen können.
Beim Zubettgehen können warme Socken oder eine Wärmflasche an den Füßen helfen. Tageslicht am Morgen spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Melatoninspiegels und der Körpertemperatur.
Das Verständnis, wie sich diese extremen Kältebedingungen auswirken, und das Befolgen einfacher Vorsichtsmaßnahmen können dabei helfen, gesund zu bleiben und trotz der Kälte gut zu schlafen. Die Empfehlungen von Organisationen wie Energy Saving Trust, The Lullaby Trust und The Sleep Charity geben praktische Hinweise, damit Sie sicher und warm durch den Winter kommen. Achten Sie auf eine gut eingestellte Heizung und die passende Bettausstattung, um Komfort und Energieeffizienz in Einklang zu bringen.