Darum solltest du dein Handy regelmäßig ausschalten und neu starten

Warum Sie Ihr Smartphone öfter komplett aus- und wieder einschalten sollten
Warum Sie Ihr Smartphone öfter komplett aus- und wieder einschalten sollten

In einer Welt, die immer mobiler wird, ist die Sicherheit unserer Smartphones kein Nebenschauplatz mehr. Die Nationale Agentur für die Sicherheit der Informationssysteme (ANSSI), eine führende Einrichtung für Cybersicherheit in Frankreich, hat einen Bericht zu den wachsenden Bedrohungen für Smartphones veröffentlicht. Millionen Franzosen sind davon betroffen, was auf ein zunehmendes Risiko hindeutet.

Mehr Nutzung, mehr Bedrohungen

Smartphones sind überall — privat und beruflich wird immer mehr übers Handy erledigt. Laut ANSSI geht diese stärkere Nutzung mit Sicherheitsbedrohungen einher. Mobilfunknetze, Wi‑Fi, Bluetooth und NFC bieten Angriffsflächen; Betriebssysteme wie Android und iOS sowie heruntergeladene und vorinstallierte Apps werden als „Nester von Schwachstellen“ bezeichnet. Über Social‑Engineering bringen Angreifer Nutzer dazu, sich mit unsicheren Netzen zu verbinden, wodurch Telefone anfällig für Erpressung, Identitätsdiebstahl, Überwachung und Spionage werden.

Gefälschte Wi‑Fi‑Zugangspunkte etwa sammeln Anmeldeinformationen oder schleusen schädlichen Code in aufgerufene Seiten ein, um das Gerät zu kompromittieren. Im Fall eines Man‑in‑the‑Middle‑Angriffs (ein Angriff, bei dem ein Angreifer die Verbindung zwischen Nutzer und Zugangspunkt abfängt und manipuliert) können Informationen abgefangen oder verändert werden. Seit drei Jahren beobachtet die ANSSI eine steigende Zahl solcher Angriffe und bringt durch gezielte Interventionsmaßnahmen kompromittierte Geräte wieder unter Kontrolle.

So senken Sie das Risiko

Die ANSSI gibt praktische Tipps. Ganz oben steht: Smartphones regelmäßig vollständig aus- und wieder einschalten — nicht die Funktion „Neustart“ nutzen. So werden alle Prozesse beendet und der Arbeitsspeicher geleert. Betriebssystem‑Updates sollten „sobald sie verfügbar sind“ installiert werden, damit bekannte Schwachstellen behoben sind.

  • Klicken Sie keine Links und öffnen Sie keine Dateien aus unaufgeforderten Nachrichten (das gilt auch für QR‑Codes).
  • Beim WLAN empfiehlt die ANSSI, die Wi‑Fi‑Schnittstelle zu deaktivieren, wenn Sie sie nicht brauchen, und öffentliche Netzwerke zu meiden — außer Sie nutzen ein VPN.
  • Auf iOS sollte das Deaktivieren des Wi‑Fi gezielt über die App „Einstellungen“ erfolgen.
  • Weitere Maßnahmen: Bluetooth ausschalten, wenn es nicht benötigt wird, und ungenutzte vorinstallierte Messaging‑Apps deaktivieren (sie werden oft als erster Angriffsvektor missbraucht).

Was tun bei einer möglichen Kompromittierung?

Wenn Sie Hinweise auf eine mögliche Kompromittierung bekommen, fummeln Sie nicht am Gerät herum. Nehmen Sie besser Kontakt mit dem CERT‑FR auf. Unterstützung gibt es per E‑Mail an cert-fr@ssi.gouv.fr oder telefonisch national unter 3218 und international unter +33 (0) 9 70 83 32 18.

Der ausführliche ANSSI‑Bericht macht klar: Wer seine mobilen Geräte proaktiv sichert und einfache Maßnahmen befolgt, erhöht den Schutz seiner digitalen Daten deutlich. Ein regelmäßiges Aus‑ und Einschalten des Telefons könnte dabei ein hilfreicher Schritt gegen unsichtbare Cyberbedrohungen sein.